Wieviel singles gibt es in Aargau Schweiz

Führen die Partnervermittlungsseiten im Internet also tatsächlich Menschen zusammen, die besser zueinander passen? Neyer, Psychologieprofessor an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und Projektleiter bei Pairfam. Man wisse zwar aus der Forschung, dass Gleich und Gleich sich gern geselle bei der Partnerwahl, vor allem hinsichtlich harter Kriterien wie Alter, Attraktivität, Bildungshintergrund oder sozioökonomischer Status.

Auch bei den Einstellungen zu Partnerschaft, Familie und Treue achtet man automatisch auf eine gewisse Ähnlichkeit. Bei den Persönlichkeitsmerkmalen hingegen dürfe man Ähnlichkeit nicht überschätzen, sagt Neyer. Neyer hat für eine Studie mit einer Partnervermittlungsseite zusammengearbeitet und selber einen solchen Algorithmus entwickelt.

Aber man solle eine Entscheidung wie die Partnerwahl keinem Algorithmus überlassen und daran denken, dass Agenturen mit den vollmundigen Versprechungen ihr Geld verdienen.

Knapp ein Drittel der Aargauer Haushalte sind Single-Wohnungen

Einen Tip mit Blick auf den Stand der Wissenschaft hat Neyer allerdings: Für die Partnersuche sei eine sanfte Selbstüberschätzung hilfreich. Genauso wie positive Illusionen über den Partner eine Beziehung glücklicher machten als gnadenloser Realismus — solange sie nicht allzu gross seien. An Selbstüberschätzung mangelt es Singles im Netz nicht. Sie basiert auf den Daten einer populären Datingsite. Die Soziologin und der Physiker gingen ebenfalls von der Beobachtung aus, dass Paare in Bezug auf Faktoren wie Attraktivität, Bildung, Sozialstatus oder Alter häufig ähnlich sind.

Allerdings gibt es zwei Theorien, wie es dazu kommt: Matching oder Wettbewerb.


  • frau sucht mann für eine nacht in Ittigen Schweiz.
  • Schaffhausen Schweiz professionelle partnervermittlung.
  • Grenchen Schweiz singles aktiv.
  • Sekundäre Navigation!

Die Matching-Theorie besagt, dass Frauen und Männer gezielt nach Partnern suchen, die ihnen ähnlich sind; Menschen hätten demnach unterschiedliche Vorstellungen, wer für sie begehrenswert sei. Die Theorie des Wettbewerbs basiert auf Partnerwahlstudien aus der Biologie: Man nimmt an, es gebe einen Konsens darüber, welche Partner besonders begehrenswert seien.

Swiss Narrow Gauge Railway /Aargau Verkehr AG, Bahnübergang \u0026 Bahnhof Rudolfstetten, Aargau, Schweiz

Weil sich die Attraktivsten mit den Attraktivsten zusammentun und vom Markt verschwinden und dann die Attraktiven mit den Attraktiven, landet schliesslich jeder bei einem Partner, der ähnlich begehrenswert ist wie er selbst. Um die Strategien bei der Partnerwahl zu untersuchen, erstellten Bruch und Newman unter den Nutzern der Datingsite eine Art Hierarchie der Begehrtheit.

Dafür zählten sie die Anzahl Nachrichten, die ein Single bekam. Aber nicht nur: Sie rechneten auch die Attraktivität des Absenders ein — war der selber eine Zwei, gab das weniger Punkte als die Nachricht von einer Acht. Bei Bruch und Newman erreichten also jene Singles die höchste Punktzahl, die von vielen ebenfalls begehrten Singles angeschrieben wurden. Die Ergebnisse: Frauen sind mit 18 Jahren am begehrtesten und verlieren danach stetig an Punkten, Männer erreichen ihren Gipfel erst mit Bei Männern gilt ausserdem: je gebildeter, desto begehrter, bei Frauen nützt ein Studium, während ein Doktorat sich negativ auswirkt.

Die grosse Mehrheit der Nutzer, so zeigte sich, kombiniert bei der Suche die Matching- und die Wettbewerbsstrategie: Sie wissen um den eigenen Marktwert und greifen trotzdem nach oben — aber nicht nach den Sternen. Im Schnitt schreiben sie Singles an, die 25 Prozent attraktiver sind als sie selbst. Auf dem Online-Singlemarkt werde vermutlich deutlich härter gekämpft als offline, schreiben die Forscher: Wer in einem grossen Teich mit vielen Fischen fische, könne es sich leisten, viele davon wieder reinzuschmeissen. Der Fischteich ist inzwischen ein Milliardengeschäft.

Ein Analytiker der Wall Street schätzt, die Datingindustrie werde weltweit 19 Milliarden Dollar umsetzen. Besonders stark haben die Dating-Apps fürs Smartphone zugelegt, allen voran Tinder. Hier geht es nicht um innere Werte oder Ähnlichkeit, jedenfalls nicht zu Beginn. Man lädt ein Foto hoch, gibt ein, ob man einen Mann oder eine Frau suche oder ob das Geschlecht keine Rolle spiele, dazu die Region und das Alter, und schon bekommt man einen virtuellen Stapel Fotos aufs Handy gespielt. Wenn zwei einander nach rechts gewischt haben, entsteht ein Match, und die beiden können sich schreiben.

Nach eigenen Angaben hat Tinder 50 Millionen Nutzer in mehr als Ländern. Sie machen 1,6 Milliarden Wischbewegungen pro Tag, um in 12 Millionen Matches zueinanderzufinden. Tinder ist eigentlich kostenlos, aber ideenreich, wie man trotzdem Geld verdienen kann. Mittelmässig begehrenswerte Singles können sich zum Beispiel in der Hierarchie nach oben kaufen, zumindest für kurze Zeit.

Persönliche Empfehlung für Aargau

Denn natürlich ist es kein Zufall, wer in welchem Fotostapel zuerst auftaucht, wer erst spät und wer gar nicht. Tinder hat nie verraten, wie der Algorithmus funktioniert, der über solche Reihenfolgen bestimmt. Aber wahrscheinlich, so vermuteten Nutzer, die es testeten, kam auch hier ein Elo-Score zum Zug, der die Anzahl Likes und die Begehrtheit der Likenden einrechnet, und möglicherweise auch, ob ein Nutzer viele Likes verteilt was auf Verzweiflung schliessen lässt und wie viele Nachrichten nach einem Match tatsächlich beantwortet werden.

Singles bekamen also vor allem jene Singles auf den Stapel, die im Begehrtheitsranking an einer ähnlichen Stelle standen: Eher unattraktive Männer bekamen die schönsten Frauen gar nie zu sehen — und eben auch umgekehrt. Um einen Boost pro Monat zu erhalten, muss er allerdings das Tinder-Plus-Abo gelöst haben, was monatlich 22 Franken kostet — oder einen Einzelboost für 7 Franken kaufen.

Ende März hat Tinder übrigens verkündet, man habe sich verabschiedet vom umstrittenen Elo-Score. Wie der neue Algorithmus funktioniert, wird aber ebenfalls nicht verraten. Eva Illouz sieht in solchen Apps eine Gefahr, gerade dessentwegen, was sie für Singles so attraktiv macht: Schnelligkeit, Einseitigkeit, Masse und Binarität.

Weil wir so viele Profile in so kurzer Zeit bewerten, fällen wir emotionale Entscheidungen am Fliessband. Die vermeintlich unendliche Auswahl führt dazu, dass der einzelne Mensch als weniger wertvoll wahrgenommen wird. Überfluss hat in der Regel Abwertung zur Folge, weil ein Objekt — oder eben ein Mensch — plötzlich austauschbar erscheint. Für Eva Illouz macht das Onlinedating aus der Suche nach der Liebe einen Markt, aus der Begegnung ein Verkaufsgespräch und aus dem Menschen ein Konsumgut.

Allerdings ist diese Kritik nicht neu. Dating führe dazu, dass sich die jungen Amerikaner gegenseitig als Statussymbol behandelten: das befürchtete die Ethnologin Margaret Mead schon Dieses Konzept der Annäherung ist eine uramerikanische Erfindung und hat sich hierzulande erst mit den Online-Singlebörsen verbreitet. In den USA begann das Dating, als die jungen Frauen vom Land und aus Kleinstädten nach New York, Chicago oder Washington strömten und dort Jobs annahmen.

Zuvor hatten ledige Frauen ihren Zukünftigen in der Familie oder in der Kirche kennengelernt, nun arbeiteten sie in Telefonzentralen, Büros oder Kaufhäusern und begegneten massenhaft Männern. Nicht nur bei der Arbeit, auch auf dem Weg dorthin oder in der Mittagspause. Und weil manche dieser Männer um ein Treffen baten, verteilten die jungen Frauen nun Dates. Das Wort taucht erstmals in einer Zeitungskolumne von auf: Ein eifersüchtiger Büroangestellter beklagt sich darin bei seiner Flamme, andere Männer bekämen seine Dates, also seine Termine in ihrem Kalender.

Ein Mann, der mit einer Frau ausgeht und für Essen, Getränke, Eintritte bezahlt — das rückte das Dating anfangs in die Nähe der Prostitution. Allerdings blieb den Stenotypistinnen und Verkäuferinnen nichts anderes übrig, als sich einladen zu lassen: Sie verdienten kaum die Hälfte von dem, was ein Mann bekam. Und so wurde das Daten tatsächlich zu einem Geschäft: Für all die Tanzlokale, Restaurants, Vergnügungsparks und Kinos, die nur entstanden, weil das Kennenlernen nun Geld kostete.

Die Datingkultur, die Mead später kritisierte, entwickelte sich ab den ern in den Colleges. Dort ging es nicht darum, den Richtigen zu finden. Sondern darum, möglichst viele Dates mit möglichst begehrten Personen des anderen Geschlechts zu haben und so den eigenen Wert zu steigern; eine frühe Version des Elo-Score. Eine Studentin konnte sich in einer Woche mit fünf Studenten verabreden, Dating war der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Später war das Ziel dann nicht mehr, mit möglichst vielen Personen auszugehen, sondern mit einer fest — allerdings erst, nachdem man das Angebot ausgiebig geprüft hatte.

Arme Singles? Immer mehr Leute in der Schweiz leben allein - watson

Sechzig Jahre später wird der Heiratsmarkt also vom Onlineshopping übernommen. Noch findet sich die Mehrheit der Menschen in der realen Welt, doch das ändert sich rasch, und MeToo beschleunigt die Entwicklung. Wir sehnen uns nach Regeln, und beim Liebeswerben im Netz existieren sie bereits. Schliesslich haben hier beide ein erstes Mal Ja gesagt zu einem Flirt. Und je mehr Menschen sich online finden, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass das Netz irgendwann als der einzig akzeptable Ort dafür wahrgenommen wird. Nicolas Lindt, der Chronist von Schweizer Liebesgeschichten, sagt, es habe sich noch etwas anderes verändert: Früher musste er bei der Hochzeitsrede vorgeben, Braut und Bräutigam seien sich im Ausgang begegnet und nicht auf einer Singlebörse.

Heute steht jedes Paar dazu. Die Romantik hat ihren Weg ins Netz gefunden, und mit ihr auch das Schicksal.

Nach was suchst du in Aargau?

Gerade hat er ein junges Paar getraut, dass sich nur fand, weil der Bräutigam den Suchradius auf Tinder ausnahmsweise um ein paar Kilometer erweitert hatte; sonst hätten sich die beiden um ein Haar verpasst, sagt Lindt. Wie wichtig ein solcher Gründungsmythos ist, hat der Paarforscher John Gottman gezeigt.

Denn jedem Anfang wohnt eine Prophezeiung inne. Gottman ist berühmt geworden dank dem Versprechen, mit 91prozentiger Trefferquote voraussagen zu können, ob ein Paar sich scheiden lasse — und das nach einer Viertelstunde.

Mehr «Schweiz»

Dafür fragt er die beiden jeweils ebenfalls, wie ihre Liebe begonnen habe. Erzählt der Mann dann nicht von ihrem bezaubernden Lachen, sondern vom schlechten Essen im Restaurant, berichtet die Frau nicht von seinem Witz und Charme, sondern von seiner unpassenden Kleidung, ist das kein gutes Omen für ein Happy End. Denn was wir im Moment fühlen, bestimmt, welche Bilder uns in den Sinn kommen. Sind wir unglücklich, schreibt die Erinnerung den Anfang unserer eigenen Liebesgeschichte um.

Hier lesen Sie von den Themen des neuen NZZ Folio, von aktuellen Veranstaltungen und können hören, was unsere Reporter erleben. Abonnieren Sie unseren Newsletter erscheint zweimal im Monat. Direkt zum Inhalt. Aktuelles Heft Nächstes Heft Archiv Autoren Login. Von Barbara Klingbacher. Barbara Klingbacher ist NZZ-Folio-Redaktorin. Dass er sich verliebt hatte, merkte er erst nach eineinhalb Jahren. Weitere Informationen über Textformate. Plain text Keine HTML-Tags erlaubt. Du wirst zu stripe.

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung. November startet. Mit uns redet er über die Schweiz nach und die komplexe Kunst des Serienmachens. Der Zweite Weltkrieg ist aus. In der Schweiz kreuzen sich die Wege von ehemals führenden Nazis mit denen von Knaben und jungen Männern, die das KZ Buchenwald überlebt haben. Klar, wer von der alten Schweizer Polit- und Wirtschaftselite bevorzugt wird. Doch die Generation ihrer Kinder arbeitet an einer neuen Zukunft.

Die Textilunternehmertochter Klara Annina Walt , ihr Verlobter Johann Max Hubacher und dessen Bruder Egon Dimitri Stapfer versuchen zu retten, was verloren scheint, die ….